Krankentagegeld: Welche Höhe sollte man versichern?

Krankentagegeld Höhe

Die richtige Höhe des Krankentagegeldes zu ermitteln, ist entscheidend, um finanzielle Engpässe bei Krankheit zu vermeiden. Du möchtest sicherstellen, dass dein Einkommen auch dann ausreicht, wenn du arbeitsunfähig bist.

Die Bedeutung des Krankentagegeldes für deine finanzielle Sicherheit

Wenn du als Selbstständiger oder Freiberufler krank wirst, erhältst du keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Deine Einnahmen brechen dann vollständig weg, während deine Ausgaben weiterhin bestehen bleiben. Hier setzt das Krankentagegeld an: Es sichert dein Einkommen, damit du dich auf deine Genesung konzentrieren kannst, ohne dir Sorgen um deine Rechnungen machen zu müssen. Die Höhe des Tagegeldes muss so gewählt werden, dass sie deine laufenden Lebenshaltungskosten und deine beruflichen Fixkosten abdeckt.

Wie du die optimale Höhe deines Krankentagegeldes berechnest

Um die passende Höhe zu bestimmen, ist eine genaue Analyse deiner finanziellen Situation unerlässlich. Beginne damit, alle deine monatlichen Ausgaben zu erfassen. Dazu gehören nicht nur deine privaten Lebenshaltungskosten wie Miete oder Hypothekenzahlungen, Strom, Wasser, Lebensmittel und Versicherungen, sondern auch deine beruflichen Fixkosten. Als Selbstständiger können das beispielsweise Kosten für ein Büro, Geräte, Softwarelizenzen oder laufende Projekte sein.

Berücksichtige auch potenzielle Zahlungen an Mitarbeiter oder Dienstleister, die auch während deiner Arbeitsunfähigkeit anfallen. Die Summe dieser Ausgaben ergibt deinen monatlichen Finanzbedarf. Teile diesen Betrag dann durch die durchschnittliche Anzahl der Krankheitstage pro Monat (ungefähr 30 Tage), um eine grobe Vorstellung von der Höhe des benötigten täglichen Krankentagegeldes zu erhalten.

Es ist wichtig, hier realistisch zu sein und keine Ausgaben zu vergessen. Eine Unterversicherung kann dazu führen, dass du im Krankheitsfall trotzdem finanzielle Lücken hast, während eine Überversicherung unnötige Kosten verursacht.

Berücksichtigung von staatlichen Leistungen und anderen Versicherungen

Bevor du die Höhe deines Krankentagegeldes festlegst, solltest du prüfen, welche Leistungen dir eventuell von staatlicher Seite zustehen oder bereits durch andere Versicherungen abgedeckt sind. Gesetzlich Versicherte erhalten im Krankheitsfall Krankengeld von ihrer gesetzlichen Krankenkasse, allerdings ist dieses auf maximal 70% des Bruttoarbeitsentgelts bzw. 90% des Nettoarbeitsentgelts begrenzt und unterliegt einer Höchstgrenze. Freiberufler und Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, erhalten ebenfalls Krankengeld, dessen Höhe aber von der Beitragsbemessungsgrundlage abhängt. Wenn du privat krankenversichert bist, musst du dich in der Regel vollständig selbst um die Absicherung deiner Arbeitsunfähigkeit kümmern, da die private Krankenversicherung im Regelfall kein Krankentagegeld vorsieht, sondern stattdessen eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Es ist ratsam, die Höhe deines Krankentagegeldes so zu wählen, dass es die Differenz zwischen deinen Gesamtausgaben und den Leistungen aus staatlichen oder anderen Quellen abdeckt. So stellst du sicher, dass deine finanzielle Lücke geschlossen wird, ohne dass du zu viel für die Versicherung bezahlst.

Krankentagegeld für Angestellte: Was du wissen musst

Auch für Angestellte kann ein Krankentagegeld eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Lohnfortzahlung und dem Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Während das gesetzliche Krankengeld auf 70% des Bruttoverdienstes gedeckelt ist, erhältst du im Krankheitsfall oft nicht dein volles Nettogehalt. Wenn deine monatlichen Ausgaben höher sind als das, was dir durch diese Leistungen zur Verfügung steht, schließt eine private Krankentagegeldversicherung diese Lücke.

Die Berechnung orientiert sich hier ebenfalls an deinen tatsächlichen monatlichen Ausgaben. Ermittle deine Fixkosten, Miete, Kredite, Versicherungen und den Betrag, den du für deinen Lebensunterhalt benötigst. Ziehe davon das voraussichtliche Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse ab. Die verbleibende Differenz ist der Betrag, den dein Krankentagegeld abdecken sollte. Achte darauf, dass du nicht mehr versicherst, als du tatsächlich benötigst, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Wichtige Faktoren bei der Wahl der Höhe

Bei der Festlegung der Krankentagegeldhöhe solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen:

  • Deine monatlichen Fixkosten: Miete/Hypothek, Kredite, laufende Verträge.
  • Deine Lebenshaltungskosten: Lebensmittel, Transport, Versicherungen, Freizeit.
  • Berufliche Ausgaben: Miete für Büroräume, Gehälter für Mitarbeiter, Materialkosten.
  • Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung: Wie hoch ist das Krankengeld und wie lange wird es gezahlt?
  • Eventuelle Leistungen aus anderen Versicherungen: Z.B. betriebliche Unfallversicherung.
  • Deine Sparziele: Möchtest du auch im Krankheitsfall weiter für die Rente sparen können?

Die verschiedenen Modelle zur Berechnung des Krankentagegeldes

Es gibt unterschiedliche Ansätze, wie die Höhe des Krankentagegeldes ermittelt werden kann. Manche Versicherer bieten feste Tarife an, die du auswählen kannst. Andere ermöglichen eine individuelle Berechnung basierend auf deinem angegebenen Einkommen und deinen nachgewiesenen Ausgaben. Oft ist es sinnvoll, sich an den eigenen netto verfügbaren Ausgaben zu orientieren. Das bedeutet, dass du die Ausgaben nimmst, die du auch nach Abzug von Steuern und Abgaben zur Verfügung hast.

Eine gängige Methode ist die sogenannte „Deckungsrechnung“. Hierbei werden deine gesamten monatlichen Ausgaben ermittelt und davon die Leistungen abgezogen, die du voraussichtlich von der gesetzlichen Krankenkasse oder anderen Quellen erhalten wirst. Der verbleibende Betrag ist dann der Bedarf, den dein Krankentagegeld decken sollte. Achte darauf, dass du auch mit dem Krankentagegeld nicht mehr Geld zur Verfügung hast, als du tatsächlich benötigst, da dies die Versicherungsprämien unnötig in die Höhe treibt.

Eine Übersicht zur Orientierung

Kategorie Beschreibung Wichtigkeit für die Höhe
Monatliche Fixkosten Miete, Kreditraten, Leasingverträge, Versicherungsprämien. Hohe Relevanz, da diese Kosten unabhängig von deiner Arbeitsfähigkeit weiterlaufen.
Variable Lebenshaltungskosten Lebensmittel, Mobilität, Kleidung, Hobbys. Mittlere Relevanz, da einige dieser Kosten im Krankheitsfall sinken könnten (z.B. Fahrtkosten).
Berufliche Ausgaben Miete für Geschäftsräume, Gehälter, Betriebskosten. Sehr hohe Relevanz für Selbstständige und Freiberufler. Diese Kosten müssen oft auch bei Arbeitsunfähigkeit gedeckt werden.
Staatliche Leistungen Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung. Entscheidend zur Ermittlung der Deckungslücke. Muss vom benötigten Betrag abgezogen werden.
Sparziele/Zusätzliche Ausgaben Altersvorsorge, Rücklagenbildung. Optional, aber wichtig, um die finanzielle Situation auch langfristig zu sichern.

Die Auswirkungen von Selbstbehalt und Karenzzeit

Bei der Wahl der Höhe deines Krankentagegeldes spielen auch der Selbstbehalt und die Karenzzeit eine wichtige Rolle. Der Selbstbehalt bezeichnet den Betrag, den du pro Tag oder pro Krankheitsfall selbst tragen musst. Eine höhere Karenzzeit bedeutet, dass das Krankentagegeld erst nach einer bestimmten Anzahl von Tagen (z.B. 7, 14 oder 30 Tage) nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird. Sowohl ein Selbstbehalt als auch eine längere Karenzzeit führen zu niedrigeren Versicherungsprämien.

Du solltest diese Optionen abwägen. Wenn du über ausreichende eigene Rücklagen verfügst, um die ersten Tage oder Wochen der Krankheit finanziell zu überbrücken, kann eine längere Karenzzeit eine attraktive Möglichkeit sein, Kosten zu sparen. Bedenke jedoch, dass du im Falle einer kürzeren, aber häufigeren Krankheit, von diesen Einsparungen weniger profitierst.

Gibt es eine Obergrenze für das versicherbare Krankentagegeld?

Ja, die meisten Versicherer legen eine Obergrenze für das versicherbare Krankentagegeld fest. Diese Obergrenze orientiert sich in der Regel an deinem versicherten Einkommen oder deinen nachgewiesenen Ausgaben. Das Ziel ist, dass das versicherte Krankentagegeld nicht dazu führt, dass du im Krankheitsfall mehr verdienst als im gesunden Zustand. Dies soll verhindern, dass ein finanzieller Anreiz zur Verlängerung der Krankheitsdauer entsteht. Oft wird das Krankentagegeld auf maximal 90% deines Nettoverdienstes oder deiner Nettoausgaben begrenzt.

Für Selbstständige und Freiberufler kann diese Obergrenze besonders wichtig sein, da das Einkommen oft schwankt. Es ist ratsam, die genauen Regelungen deines Versicherers zu prüfen und die Höhe des Krankentagegeldes so zu wählen, dass sie deine tatsächlichen Bedürfnisse abdeckt, aber die Grenzen des Versicherers nicht überschreitet.

Krankentagegeld Höhe

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Krankentagegeld: Welche Höhe sollte man versichern?

Wie hoch sollte das Krankentagegeld für Selbstständige sein?

Für Selbstständige sollte das Krankentagegeld so hoch sein, dass es alle deine monatlichen Fixkosten und Lebenshaltungskosten abdeckt. Ziehe davon die Leistungen ab, die du von der gesetzlichen Krankenversicherung oder anderen Quellen erhältst. Eine pauschale Antwort ist schwierig, da die Ausgaben individuell sehr verschieden sind. Eine genaue Kalkulation deiner Einnahmen und Ausgaben ist unerlässlich.

Kann ich mein Krankentagegeld jederzeit anpassen?

Ob und wie du dein Krankentagegeld anpassen kannst, hängt von den Bedingungen deines Versicherungsvertrags ab. In der Regel ist eine Erhöhung des Tagegeldes nur bei bestimmten Anlässen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltserhöhung möglich, oft mit einer erneuten Gesundheitsprüfung. Eine Reduzierung ist meistens problemlos möglich.

Was passiert, wenn ich mein Krankentagegeld zu niedrig ansetze?

Wenn du dein Krankentagegeld zu niedrig ansetzt, kann dies im Krankheitsfall zu erheblichen finanziellen Engpässen führen. Du musst dann die Differenz zwischen deinen Ausgaben und den erhaltenen Leistungen aus eigener Tasche zahlen, was deine Ersparnisse aufzehren kann.

Ist es sinnvoll, das Krankentagegeld höher als meine tatsächlichen Ausgaben zu versichern?

Nein, es ist in der Regel nicht sinnvoll, das Krankentagegeld höher als deine tatsächlichen Ausgaben zu versichern. Versicherer begrenzen die Höhe oft auf etwa 90% deines Nettoverdienstes oder deiner Nettoausgaben, um zu verhindern, dass du im Krankheitsfall finanziell besser dastehst als im gesunden Zustand. Eine solche Überversicherung führt zu unnötig hohen Prämien.

Welche Rolle spielt die Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zum Krankentagegeld?

Das Krankentagegeld sichert dein Einkommen bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit, meist bis zu einer Dauer von einigen Wochen oder Monaten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen springt ein, wenn du dauerhaft deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Sie leistet eine monatliche Rente und ist eine deutlich umfassendere Absicherung für den Fall eines Jobverlustes aufgrund von Krankheit oder Unfall.

Wie lange wird Krankentagegeld gezahlt?

Die Dauer der Zahlung des Krankentagegeldes hängt vom gewählten Tarif und den Vertragsbedingungen ab. Viele Tarife bieten eine Zahlung für bis zu 36 Monate, manchmal auch länger. Für Selbstständige ist es ratsam, eine möglichst lange Leistungsdauer zu wählen, da sie anders als Angestellte keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber erhalten.

Ab wann greift die Leistung des Krankentagegeldes?

Die Leistung des Krankentagegeldes beginnt in der Regel erst nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit. Diese Karenzzeit kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen variieren. Du musst also die ersten Tage deiner Arbeitsunfähigkeit in der Regel aus eigener Tasche finanzieren.

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